Neue Lösungsansätze und Modelle aus Sicht des Kärntner Seniorenbundes

Kärnten weist gegenüber den anderen Bundesländern eine Überalterung der Bevölkerung auf. Wir müssen nach Lösungen suchen, die nicht nur kurzfristig den Herausforderungen Rechnung tragen sondern auch für die nächsten Generationen sicherstellen, dass ein Altern in Würde möglich ist. Wir als Vertreter des Kärntner Seniorenbund sehen uns in der Verpflichtung und Verantwortung den nächsten Generationen gegenüber und möchten Lösungsansätze präsentieren, die wir als vorrangig zielführend sehen, um qualitätsvolle Pflege zukünftig zu sichern.

Altern in Würde

Deshalb fordert der Kärntner Seniorenbund ein verankertes Recht auf ein „Altern in Würde“, insbesondere das Recht auf leistbare Pflege, das in die Verfassung aufzunehmen ist.

Ausbildungsreform und Schaffung von Ausbildungsplätzen

Die größte Herausforderung im Bereich der Pflege ist das Fehlen von Fachkräften. Deshalb muss es ein Ziel sein, den Pflegeberuf nicht nur attraktiver zu gestalten sondern die zukünftigen Pflegekräfte zu einem Zeitpunkt anzusprechen, an dem junge Menschen noch entscheidungsfreudig sind, sprich während der Schulzeit ab der 9. Schulstufe.

Mobile vor stationärer Pflege

Zahlreiche Umfragen belegen, dass ältere Menschen möglichst lange im eigenen Zuhause leben wollen. Bei vielen Menschen mit kleineren gesundheitlichen Gebrechen wäre ein Verbleiben im eigenen Zuhause möglich, wenn mobile Pflege – und Sozialdienste flexibel auf die individuellen Bedürfnisse reagieren können.

Qualitätssiegel für die 24-Stunden-Betreuung

Da es unter den privaten Anbietern von Pflegeleistungen immer mehr Agenturen gibt, die unqualifizierte Kräfte vermitteln, ist eine Qualitätssicherung unumgänglich. Es muss die Garantie geben, dass die Betreuung einem bestimmten Qualitätsstandard entspricht.

Alternative altersgerechte Wohnformen

Betreute Wohnform: Um den Wunsch, möglichst lange im eigenen Zuhause ein selbständiges Leben zu führen, erfüllen zu können, unterstützen Alltagsmanager/innen stundenweise bei Hausarbeiten Behördenwegen, Arztbesuchen,…
Altersgerechte Bauweise: Gemeinnützige Wohnbaugesellschaften sollen künftig verpflichtend ab einer bestimmten Größe nicht nur barrierefreie sondern behindertengerechte Wohnungen errichten. Für den ländlichen Raum soll die Einplanung von Nahversorgungsbetrieben (Bäckerei, Apotheke, Ordination…) für die Versorgungssicherheit forciert werden.
Seniorenwohngemeinschaften: Für Menschen ab dem 65. Lebensjahr, die Wohnobjekte kaufen oder mieten um eine Wohngemeinschaft zu gründen, soll es spezielle Förderungen geben, etwa für die Einplanung eines Krankenzimmers, für Pflegefachkräfte, Essen auf Rädern, …